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| Bücher „Tupolew 134”, Antje Rávic Strubel
Der Roman bedient sich dabei dreier Zeitebenen: der Vorgeschichte der Flucht, der folgenden Gerichtsverhandlung auf dem Flughafen Tempelhof, und der Erinnerungsarbeit 25 Jahre danach. Für die drei Ebenen findet die Autorin das Bild vom Schacht. Der Text ahmt diesen Schacht nach, auf seinen verschiedenen Plateaus irrlichtert eine Erzählerin, die die Leser in immer schwindelerregendere Tiefen der Ungewissheit lockt. Beim Versuch, den damaligen Verrat aufzudecken, drängt sich ihr die Erkenntnis auf, dass keine Antwort ganz gesichert ist und das eigene Leben nie vollständig auslotbar, wie die dunkle Tiefe des Schachts. Tupolew 134 ist eine deutsch-deutsche Geschichte, aber auch der Roman einer Sinnsuche in einer sehr genau beschriebenen menschlichen und geschichtlichen Topographie – spannend und meisterhaft geschrieben.
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